die Entmündigung
(2015-16) for two sopranos, alto and live-electronics.
Comission: Giga-Hertz Produktionspreis 2014.
Premiere: November 2017, ZKM Karlsruhe, Germany.
Duration: 25 minutes.


(DE) In diesem Stück soll das Phänomen der „Entmündigung“ des „Anderen“ erforscht und reflektiert werden, dass heißt das Entfernen der Stimme („ent-Mündung“) des „Anderen“ (die Frau, der nicht-Mann, außerhalb der universalen Norm, Aber es ist auch der Giorgio Agambens „homo sacer“, „der Wanderer“) In anderen Worten, dem „Anderen“ die Fähigkeit abzusprechen, als Subjekt zu handeln. In dem Stück werden diese Ideen nicht auf symbolische Weise bearbeitet, aber in eigenen musikalischen Begriffen. Die Themen der Stille, des Klangs, der Stimme, des Worts und des Verstummens sind dabei sehr wichtig. Dabei werden die oben erklärten Aussagen verweigert und kritisiert. Die Beziehung zwischen Elektronik und Stimmen ist nicht eine von Opposition. Ich möchte den falschen Gegensatz „Künstlich-Elektronik-Männlich“ gegen den „Natürlich-Stimme-Femininum“ vermeiden. Diese Kategorien gehören zu dem Verfahren der „Entmündigung“, die von einer kulturellen und hegemonialen Perspektive aus gedacht sind. Um die oben genannten Kategorien/Vorurteile zu löschen, wird die Live-Elektronik nicht als „repressive Kraft“ gegen die „natürliche“ Stimme gesehen, sondern im Gegenteil wird sie auch als Gegenstand der Repression betrachtet. Es gib Momente, in denen die Elektronik als eine andere Stimme betrachtet wird, Momente, in denen sie als weiteres Instrument konzipiert wird und es wird Fälle geben, in denen die Live-Elektronik als eine Erweiterung der Stimmen funktionieren wird. Dadurch wird das Stück die oben erwähnten Mythen/Vorurteile verweigern, symbolische Lesarten vermeiden und selbst in seinen eigenen Begriffen sprechen.